Aber sie war selbst noch so verspielt, so sehr Kind, dass ich mich
entschlossen habe, noch zu warten.
 
Mitte 2024 begann dann endlich die Suche nach dem passenden Rüden. Im Oktober fiel meine Wahl auf Luke. Ich telefonierte mit seiner Besitzerin, wir verstanden uns auf Anhieb, alles war schnell geklärt. Ab Dezember warteten wir dann auf Saris Läufigkeit – doch sie ließ sich Zeit. Erst Mitte März war es so weit.
 
Am Wochenende zuvor waren wir noch auf einer Ausstellung, am Montag folgte der erste Progesteron-Test – zu früh. Der zweite Test am Mittwoch zeigte: jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Donnerstag und Freitag waren die geplanten Decktage. Also packten wir alles ins Wohnmobil und machten uns auf den Weg nach Hamburg.
 
Dort angekommen, durfte Sari erstmal in Ruhe die Umgebung erkunden. Dann lernte sie Luke kennen – es wurde ein vorsichtiges Beschnuppern, ein spielerisches Annähern. Und es klappte wunderbar! 
Wir übernachteten vor Ort, frühstückten am nächsten 
Morgen gemeinsam 
und es kam zur zweiten Deckung. Alles verlief ruhig, harmonisch, 
fast magisch. 
Danach ging es zurück nach Hause – und das Warten begann: 
War sie trächtig?
 
Beim Ultraschall dann die unglaubliche Nachricht: trächtig – und der Arzt sah mindestens sieben kleine Herzchen schlagen. Ich war überwältigt. Sari ging es gut, und von Tag zu Tag sah man, wie sie runder wurde. Ich konnte es kaum erwarten, die erste Bewegung zu spüren. Wegen Ostern wurde das Röntgen schon am 50. Tag gemacht – Prognose: neun oder mehr Welpen. Ich war sprachlos. Gleichzeitig wuchs die Sorge, dass etwas schiefgehen könnte. Die Taille war verschwunden, der Bauch wurde straffer, erste Bewegungen waren zu spüren – ein unbeschreiblich intensives Gefühl.
  
Ich schränkte Saris Bewegung langsam ein: kein Springen mehr, nur noch ruhige Spaziergänge, etwas Platzarbeit und Fahrradtraining. Der Tierarzt sagte, bei so vielen Welpen könne die Geburt etwas früher einsetzen. Doch Tag 60 verstrich – nichts. 
Die Temperatur blieb konstant. Am Sonntag begann Sari stark zu hecheln, ihr Bauch war hart wie eine Trommel. 
In der Nacht stand sie unruhig vor der offenen Terrassentür – 
ich wusste, irgendetwas stimmt nicht.
 
Am nächsten Morgen kontaktierte ich den Tierarzt. Als ich die Symptome schilderte, kam nur die Antwort: „Wie schnell kannst du hier sein?“ Ich fuhr sofort los. Der Ultraschall war schon vorbereitet. 
Der erste Welpe zeigte keine Bewegung, 
der zweite hatte einen viel zu langsamen Herzschlag. 
Sofortiger Kaiserschnitt!
 
Die Angst übermannte mich. Ich weinte, flehte, dass meine Sari überlebt. Ich sollte nach Hause fahren, eine Welpenbox mit Decken holen. Wie ferngesteuert machte ich mich auf den Weg, voller Sorge, ob überhaupt zwei oder drei Welpen durchkommen würden.
 
Zurück in der Praxis – ein überfülltes Wartezimmer, niemand durfte rein, alles war im Einsatz. Ich konnte kaum atmen vor Anspannung. Dann öffnete sich die Tür: 
„Herzlichen Glückwunsch – elf kerngesunde Welpen!“ 
Ich war überwältigt. Die Angst fiel ab, machte Platz für pure Freude. 
Ich weinte, konnte mich kaum beruhigen. 
Ein Wäschekorb voller Glück wurde mir gebracht – meine kleine Fußballmannschaft!
 
Wir legten die Welpen in meine vorbereitete Box – dann kam Sari. 
Noch benommen, verstand sie nicht, was los war. Ich musste sie regelrecht dazu bringen, ihre Babys zu sich zu lassen. Sie ließ sie trinken, kümmerte sich aber noch nicht wirklich. 

Ich hatte Angst, dass das so bleibt. Später kam meine Freundin Sabrina, zeigte mir die ersten Handgriffe – Fläschchen geben, Wärmen, Wiegen. Ich war erschöpft, aber auch voller Glück. Ich schlief kurz auf der Couch – und wachte in einer neuen Welt auf.
 
Am nächsten Tag war alles anders. Sari hatte sich erholt, sie begann, sich liebevoll um ihre Kleinen zu kümmern. Mein Herz ging über vor Glück.
 
  Nun sind die Welpen drei Wochen alt – und ich kann es immer noch kaum glauben. Noch immer fließen Tränen, wenn ich an all das denke. 
 
Jetzt beginnt die Suche nach den besten Menschen für meine kleinen Herzchen. 
Die Namen bekommen sie von mir – so bleibt ein Teil von mir für immer bei ihnen.
 
Der Gedanke, dass ich einige von ihnen vielleicht nie wiedersehen, 
nie wieder von ihnen hören werde, zerreißt mich. 
Sie sind auch meine Babys. 
Jeder Tag, den wir gemeinsam verbringen, macht den Abschied schwerer. 
 
Ich hoffe von Herzen, dass ich sie in ein langes, glückliches Leben entlassen kann – 
mit Menschen, die sie genauso lieben wie ich.